Studie belegt: Räume im Sommer um bis zu 9°C kühler dank intelligenter Beschattung

Loxone Magazin/Tips & IQ/Studie belegt: Räume im Sommer um bis zu 9°C kühler dank intelligenter Beschattung


Eine Studie der TU Graz hat ergeben, dass Sie die Raumtemperatur in einem Smart Home durch die intelligente Kombination von Automatikbeschattung und Lüftungssteuerung um bis zu 9°C kühler halten können. Ohne Klimaanlage! Ausgestattet war das Versuchshaus mit Loxone.

Wenn draußen die Hitzewelle wütet, ist es ohne Klimaanlage fast unmöglich die Temperaturen im Haus auf einem erträglichen Maß zu halten. Das ist zumindest die landläufige Meinung. Eine vom Labor für Bauphysik der TU Graz durchgeführte Studie kommt nun zu einem ganz anderen Ergebnis: Mit einer smarten Kombination von Lüftung und Beschattung ist es unter den zugrunde gelegten Randbedingungen möglich, die Raumerwärmung des Smart Home Versuchshauses um bis zu 9°C zu reduzieren – und das ohne aktive Kühlenergie.

Selina Vavrik-Kirchsteiger Studienleiterin und Expertin im Bereich Forschung und Entwicklung Also einfach Rollläden runter und gut? Nicht ganz. Die Wissenschaftler sind sich sicher: “Die Steuerung der Beschattung durch ein gutes Smart Home-System zeigt deutliche Vorteile gegenüber einer rein manuellen Steuerung.”

Bei ganztägig komplett geschlossener Beschattung herrschen im Schnitt höhere Temperaturen als bei optimiert gesteuerter, automatischer Beschattung. Der Grund dafür ist, dass eine dauerhaft – also auch nachts – geschlossene Beschattung sowohl die Wärmeabgabe an den kühlen Nachthimmel, als auch ein effizientes Lüften verhindert. Für ein optimales Ergebnis ist “eine Einbindung auch der Lüftung […] in ein Smart Home-System […] sehr vorteilhaft.” Sie trägt zu einem effizienten Lüften in der Nacht bei, um so bestmöglich von den niedrigeren Außentemperaturen zu profitieren. TIPP: Lüften Sie nur zum richtigen Zeitpunkt! “Problematisch ist […] das Lüften bei teilweise hohen Außentemperaturen […]. Dies kann […] durch das Gefühl der höheren Verdunstung bei spürbarem Luftzug subjektiv kurzfristig Vorteile bringen, erwärmt aber langfristig die Räume. Hier sollte möglichst nur in den kühleren Abend- Nacht- und Morgenstunden gelüftet werden und tagsüber eher ein Ventilator eingesetzt werden.” Auch ohne automatisches Lüftungssystem kann Ihr Smart Home Sie beim richtigen Lüften unterstützen, indem es Sie bei geöffneten Fenstern und ungünstigen Verhältnissen darüber informiert, das Fenster besser zu schließen. Bis zu 80% der eingestrahlten Sonnenenergie können geblockt werden “Eine gut geplante, gut abgestimmte und gut ausgeführte Beschattung kann wesentlich zum Komfort, aber auch zur Energieverbrauchsminderung beitragen.” Bis zu 80% der eingestrahlten Sonnenenergie eines heißen Sommertages können durch eine automatische Beschattung geblockt werden. Zukünftig könnte das Thema Beschattung noch wichtiger werden. “Im Zuge des Klimawandels ist davon auszugehen, dass der Beschattung von Häusern und Wohnungen eine immer relevantere Bedeutung zukommen wird. In Kombination mit einer guten Steuerung, in die weitere Komponenten wie Heizung und Lüftung bis hin zur Beleuchtung integriert sind, kann die Wirksamkeit weiter gesteigert werden” Automatikbeschattung – auch in Frühling, Herbst und Winter sinnvoll Die Studie beschäftigt sich nicht nur mit der Situation im Sommer. Die Wissenschaftler untersuchten auch die Gegebenheiten im Winter und den “Übergangszeiten”. Das Ergebnis: Auch dann hat eine automatische Beschattung positive Auswirkungen auf das Raumklima. Und auf die Energieeffizienz.

Im Winter: “Das Wissen, dass Beschattung auch im Winter wirkungsvoll zu Komfort und Energieverbrauchsminderung beitragen kann, ist leider zu wenig verbreitet.”  Als eine Art “Wärmedeckel”, kann die Beschattung die nächtliche Wärmeangabe des Hauses über Glasflächen mindern, indem sie als zusätzliche Dämmschicht zwischen warmem “Innen” und kaltem “Außen” dient.

In der Übergangszeit: Je nach Wetterlage sollte die Beschattung zur Vermeidung von Überwärmung am Tag bzw. der Nachtauskühlung (als „Wärmedeckel“) dienen. “Besonders in dieser Übergangszeit kann eine gute Smart Home Steuerung wirksam zum Ziel der Minimierung des Energieverbrauchs bei gleichzeitiger Optimierung des Komforts für die Nutzer beitragen.”